Zeitreise mit den Shifter Cops

Zeitreise Abenteuer mit den paranormalen Ermittlern der Shifter Cops.
Zeitreisen mit den Shifter Cops und ihrer Chronistin Natalie Winter.

Google Analytics deaktivieren Liebe Leserinnen und Leser,

Sie kennen mich als Chronistin der Shifter Cops, jener Polizeieinheit aus den USA, die sich der paranormalen Verbrechen in Amerika annimmt. Die Betonung liegt – oder genauer gesagt: lag – bislang stets auf der Chronistin, der passiven Zuhörerin, die den Gestaltwandlern eine Stimme verleiht. Ich war immer zufrieden mit dieser Rolle, erlaubte sie mir doch, dem schönsten Beruf der Welt nachzugehen, nämlich dem Schreiben. Auch bin ich kein Mensch, der das Rampenlicht genießt, sondern jemand, der lieber im Hintergrund bleibt.

Doch die Zeiten, in denen ich ausschließlich protokollierte, welche Abenteuer die Shifter Cops erleben, sind vorbei. Ich bin immer noch nicht sicher, ob mir die aktive Teilnahme an den Ermittlungen gefällt, aber um mich gegen meine neue Rolle aufzulehnen, ist es zu spät. Ich habe leichtsinnigerweise ja gesagt, und nun komme ich so leicht nicht mehr aus dieser verflixten Sache mit den Zeitreisen heraus.

So. Ich habe es geschrieben. Zeitreisen.

Sie lesen richtig. Vermutlich sehen Sie gerade so aus wie ich, als Catherine mich anrief, um mir diesen haarsträubenden Vorschlag zu unterbreiten: Ungläubig, irritiert und einen Hauch neugierig. Catherine Belcott ist die Chefin der Shifter Cops. Wir telefonieren regelmäßig, um zu besprechen, welchen neuen Fall wir als nächstes unter dem Deckmantel der erfundenen Erzählung an die Öffentlichkeit bringen. Ihr langfristiges Ziel ist es, die Menschen auf das Coming Out der paranormalen Community vorzubereiten. Warum Catherine gerade mich ausgesucht hat, um die Rolle der Chronistin zu übernehmen, ist eine lange Geschichte und eine, die nicht hierher gehört.

Nun, um endlich auf den Punkt zu kommen, Catherine fragte mich, ob ich nicht gern selbst ermitteln wollte, und zwar auf einem Gebiet, dem meine ganze Liebe gilt. Sie meinte natürlich die Literatur. Ich Närrin stellte mir zu diesem Zeitpunkt noch vor, dass ich von zuhause aus recherchieren könnte, in alten Dokumenten suchen und von Zeit zu Zeit auch einmal eine Reise zu einer verstaubten Bibliothek unternehmen würde. »Liebend gern«, sagte ich also. »Ich darf also jede Menge Bücher berühmter Autoren lesen und dabei nach Hinweisen auf Gestaltwandler und die Shifter Cops suchen? Das ist genau mein Ding«, versicherte ich ihr eifrig.

Am anderen Ende herrschte sekundenlang Stille, bevor sich Catherine zu Wort meldete. »Das auch«, bestätigte sie und betonte dabei das letzte Wort. Ich ahnte, dass sie mir noch nicht alles gesagt hatte. »Aber ich stelle mir vor, dass Sie eine aktivere Rolle übernehmen, Ms. Winter.« Ich hörte, wie sie Luft holte. »Einer unserer Wissenschaftler in Toronto hat ein Serum entwickelt, mit dem Zeitreisen möglich sind. Ich möchte, dass Sie und eines unserer besten Teammitglieder in die Vergangenheit reisen und sich ganz bestimmte Fälle ansehen.«

Ich gebe zu, ich lachte. Ziemlich lange sogar. Mein Hund, der neben mir auf der Couch schlief, hob den Kopf und schaute mich forschend an. Mein hysterischer Unterton beunruhigte ihn. Ich legte die Hand auf seine Brust und kraulte sein Fell, bis seine Augen wieder zufielen. Catherine hatte geduldig gewartet. Wahrscheinlich hatte sie diese Reaktion erwartet. Zeitreisen, also wirklich! Für wie blöd hielt sie mich? Und dann noch ein Serum, wie bei Jekyll und Hyde.

Um es kurz zu machen (und eigentlich wissen Sie es ja schon), Catherine meinte es ernst. Sie sagte, dass einer Ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiter Hinweise auf die Existenz einer Vorgängerorganisation der Shifter Cops gefunden hatte, und zwar vermehrt in klassischen Romanen. Ich sollte nun an der Seite eines Begleiters in die Zeit zurückreisen, in der die Autoren ihre Werke verfasst hatten, und unauffällig nach Hinweisen suchen.

Ich gebe zu, in meinem Kopf explodierten die süßesten Bilder, die sich ein Literaturfreak wie ich nur vorstellen kann. Ich konnte den von mir verehrten Oscar Wilde kennenlernen! Ich würde Sir Arthur Conan Doyle endlich sagen, wie sehr ich seine Bücher schätzte, und vielleicht, nur vielleicht, ergab sich die Gelegenheit, Poe vor seinem einsamen, traurigen Tod ein wenig Trost zu spenden.

Sie sehen, wie ich in die Sache hineinrutschte. Bücher, Autoren und Literatur waren der perfekte Köder für mich. Ich kam nicht einmal auf den Gedanken, Zeitreisen könnten, immer vorausgesetzt, Lenoires Methode funktionierte, gefährlich sein. Ich Idiotin!

Catherine und ihre Worte über Bücher schafften es, mich zu überzeugen. Nein, das ist unpräzise. Ihr und ihrem hochgelobten Wissenschaftler gelang es, mich von der Wahrheit ihrer Aussage zu überzeugen. Die Chefin der Shifter Cops gab mir die Emailadresse von Professor Lenoire, der mir blutigem Laien und Zeitreise-Anfänger geduldig erklärte, wie sein Serum funktionierte. Ich musste mich verpflichten, die genaue Wirkungsweise geheim zu halten, und auch wenn Sie jetzt die Nase rümpfen und sich denken »Jaja, schon klar«, ich habe mein Wort gegeben. Meine Lippen sind in dieser Hinsicht versiegelt.

Aber ich darf Ihnen erzählen, was Professor Lenoire und ich auf unserem ersten gemeinsamen Ausflug in die Vergangenheit erlebt haben. Ich soll es sogar, versicherte mir Catherine bei unserem letzten Gespräch. Sie meint, je fantastischer die Geschichten sind, die ich über die Shifter Cops in Umlauf bringe, desto weniger schockiert werden die Menschen von der vergleichsweise langweiligen Existenz der Gestaltwandler sein, wenn sie erst einmal an die Öffentlichkeit treten.

Langweilig ist kein Wort, das ich je mit den paranormalen Ermittlern in Verbindung bringen werde. Erst recht nicht, nachdem ich Professor Lenoire kennengelernt habe.

Sie werden allmählich ungeduldig, ich merke es. Genug der Vorrede also. Lassen Sie mich am besten damit beginnen, wie der Professor und ich einander zum ersten Mal begegneten.

Fortsetzung folgt…

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